Vergabe24-Alternative: Jorpex im Vergleich zu Vergabe24 und zum Deutschen Ausschreibungsblatt
Vergabe24 bündelt die Bekanntmachungsmedien mehrerer Landesverlage; der Schwerpunkt liegt auf regionalen Bau- und Unterschwellenvergaben. Was die Tarife kosten, wo das Modell an Grenzen stößt und wann Jorpex als Ausschreibungsdienst die passendere Wahl ist.
Kurz gefasst
- Vergabe24 ist kein einzelnes Unternehmen, sondern eine Kooperation von Verlagen. Das Impressum nennt sechs Gesellschafter: B_I MEDIEN, das Deutsche Ausschreibungsblatt, die eVergabe.de GmbH, den Gisela Husemann Verlag, den Staatsanzeiger für Baden-Württemberg und den Verlag Bayerische Staatszeitung.
- Genau darin liegt die Stärke: Ein Teil dieser Häuser ist selbst Bekanntmachungsmedium. Regionale Bau-, Planungs- und Unterschwellenvergaben erscheinen dort im Original – also dort, wo TED sie in aller Regel nicht zeigt.
- Der Preis besteht aus zwei getrennten Angeboten mit eigenen Verträgen: den Portal-Tarifen ab 19,00 EUR bzw. 20,25 EUR netto pro Monat (6 Monate Mindestlaufzeit) und dem Tarif „Deutschland“ ab 90,00 EUR netto pro Monat (12 Monate) – und davon getrennt dem Rechercheservice „Vergabe24 direkt“ für 135,00 EUR pro Monat zzgl. MwSt. bei jährlicher Zahlung im Voraus. Vergabeunterlagen können bei „Vergabe24 direkt“ gesondert berechnet werden, wenn die Vergabestelle dafür ein Entgelt festlegt.
- Jorpex deckt über 50 Vergabeportale und Bekanntmachungsquellen ab, wertet Bekanntmachungen in 17 europäischen Sprachen aus, gleicht sie KI-gestützt mit Ihrem Leistungsprofil ab und stellt in Slack oder per E-Mail zu – ab 49,00 USD pro Monat, monatlich kündbar, ohne Gebühr je Nutzer.
- Entscheidungsregel: ein bis zwei Bundesländer und ein Bauschwerpunkt sprechen für Vergabe24, mehrere Geschäftsfelder oder Länder und ein Team, das in Slack arbeitet, sprechen für Jorpex. Viele Betriebe fahren beides parallel.
Hängt Ihr Geschäft an regionalen Bau-, Planungs- und Unterschwellenvergaben in einem oder zwei Bundesländern, ist Vergabe24 schwer zu schlagen. Beobachten Sie dagegen mehrere Geschäftsfelder oder Länder, wollen Sie ohne Mindestlaufzeit starten und die Meldungen dort haben, wo Ihr Team ohnehin arbeitet, ist Jorpex die passendere Wahl. Das ist die kurze Antwort – die lange hat vor allem damit zu tun, dass „Vergabe24“ nicht ein Produkt ist, sondern mehrere.
Deshalb fällt der Vergleich vielen schwer. Wer nach den Kosten sucht, landet je nach Klick auf vergabe24.de, auf deutsches-ausschreibungsblatt.de oder auf vergabe24-direkt.de – mit unterschiedlichen Preisen, unterschiedlichen AGB und unterschiedlichen Vertragspartnern. Diese Seite sortiert das, nennt nur belegte Zahlen und sagt ausdrücklich, wo es keine öffentlichen Angaben gibt.
Was Vergabe24 ist – und warum das für Ihre Suche zählt
Der Ursprung liegt in der 1998 von sechs Partnern aus sechs Bundesländern gegründeten ausschreibungs-abc GmbH. 2007 kam die kommerzielle Umbenennung in Vergabe24, 2010 folgte die gesellschaftsrechtliche Namensänderung. Zu den Partnerverlagen gehören B_I MEDIEN, das Deutsche Ausschreibungsblatt, der Gisela Husemann Verlag, die eVergabe.de GmbH, der Staatsanzeiger für Baden-Württemberg und der Verlag Bayerische Staatszeitung.
Der Unterschied zu einem reinen Aggregator: Ein Teil dieser Verlage – insbesondere die Staatsanzeiger und die Landesausschreibungsblätter – veröffentlicht Bekanntmachungen selbst, statt sie nur einzusammeln. Das Deutsche Ausschreibungsblatt ist seit seiner Gründung 1954 Publikationsmedium, B_I MEDIEN betreibt seit 1996 eine Ausschreibungsdatenbank. Zwei der sechs Partner sind Staatsanzeiger-Verlage; in Baden-Württemberg gibt der Staatsanzeiger ein amtliches Bekanntmachungsblatt heraus. Für Sie als Bieter heißt das: Sie lesen bei bestimmten Vergabestellen die Bekanntmachung an der Quelle, nicht über einen Umweg.
Der Rechercheservice „Vergabe24 direkt“ wird von der Deutschen Ausschreibungsblatt GmbH im Namen und im Auftrag der Vergabe24 GmbH betrieben. Er liefert täglich aktuelle Ausschreibungen passend zum individuellen Branchenprofil per E-Mail als PDF-Datei. Über die Bietersoftware Vergabe24 BIETERCOCKPIT können Sie Ihr Angebot zusätzlich elektronisch abgeben, sofern die Vergabestelle dies zulässt.
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Wo Vergabe24 stark ist
- Unterschwellenbereich. Kommunale Bau-, Architektur- und Ingenieurleistungen unterhalb der EU-Schwellenwerte erscheinen auf TED in aller Regel nicht – eine freiwillige Veröffentlichung unterhalb der Schwellenwerte ist zwar zulässig, aber die Ausnahme. In den Ausschreibungsblättern und Staatsanzeigern der Länder erscheinen sie sehr wohl. Wenn Ihr Auftragsvolumen überwiegend unterschwellig ist, ist das kein Nebenaspekt, sondern der Kern.
- Nähe zur Vergabestelle. Wer selbst Publikationsorgan ist, steht strukturell nah an der Quelle. Zugesagt ist ein Zeitvorsprung allerdings nicht: Die AGB schließen eine Gewähr für die Rechtzeitigkeit der Veröffentlichung ausdrücklich aus.
- Durchgängigkeit bis zur Angebotsabgabe. Über die Bietersoftware Vergabe24 BIETERCOCKPIT geht es von der Bekanntmachung direkt in die elektronische Angebotsabgabe, sofern die Vergabestelle diese zulässt.
- Einstieg mit kleinem Budget. Für Bieter ist ein Schnupperabo ab 0,00 EUR ausgewiesen (nur einmal nutzbar). Achtung: Laut AGB läuft es 3 Monate und geht ohne Kündigung – spätestens 14 Tage vor Laufzeitende – automatisch in das Abonnement „Deutschland“ über. Wirklich unverbindlich ist nur das 7-Tage-Testabonnement, das automatisch endet.
Diese Verankerung in den Ländern ist über Jahrzehnte gewachsen und lässt sich kurzfristig kaum aufbauen.
Was Vergabe24 kostet
Für bietende Unternehmen weist Vergabe24 folgende Listenpreise aus. Alle Angaben sind laut Preisübersicht Nettopreise zzgl. MwSt. auf Basis eines Jahresabos:
| Tarif | Preis laut Anbieter | Mindestlaufzeit |
|---|---|---|
| Schnupperabo | ab 0,00 EUR (nur einmal nutzbar) | 3 Monate; ohne Kündigung 14 Tage vor Ablauf Übergang in den Tarif „Deutschland“ |
| Bundesländer | ab 20,25 EUR / Monat (Thüringen; je nach Land bis 49,90 EUR) | 6 Monate |
| Europa | ab 19,00 EUR / Monat (nur EU-Bekanntmachungen) | 6 Monate |
| Deutschland | ab 90,00 EUR / Monat | 12 Monate |
| Vergabe24 direkt | 135,00 EUR / Monat zzgl. MwSt. bei jährlicher Zahlung; Preis für das Halbjahresabo nicht veröffentlicht | Jahres- oder Halbjahresabonnement |
Drei Punkte, die man beim Kalkulieren gern übersieht:
- Die Tarife sind Zuschnitte, keine Stufen. Der Europa-Tarif ist günstiger ausgewiesen als der Bundesländer-Tarif – er umfasst allerdings nur EU-weite Bekanntmachungen. Sie kaufen Abdeckung stückweise; bundesweit landen Sie im 12-Monats-Tarif „Deutschland“.
- Der Rechercheservice ist ein eigener Vertrag. Für „Vergabe24 direkt“ gilt laut AGB ein Jahres- oder Halbjahresabonnement, die Preise sind im Voraus fällig, die Kündigung ist schriftlich mit einer Frist von sechs Wochen zum Ablauf der bezahlten Bezugszeit zu erklären.
- Der Listenpreis ist nicht immer der Endpreis. Vergabeunterlagen stehen bei „Vergabe24 direkt“ laut AGB unentgeltlich zur Einsichtnahme zur Verfügung. Kostenpflichtig werden sie erst, wenn die Vergabestelle ein Entgelt festlegt – die Entgelte legen laut AGB die Vergabestellen fest (§ 20 VOB/VOL) und veröffentlichen sie in der Bekanntmachung; der Ausschreibungsdienst liefert und rechnet lediglich ab. Oberhalb der EU-Schwellenwerte greift ohnehin § 41 VgV, wonach der Auftraggeber eine Adresse zum unentgeltlichen elektronischen Abruf angeben muss. Rechnen Sie trotzdem nach, wie viele kostenpflichtige Vergabeunterlagen Sie im Monat üblicherweise abrufen, bevor Sie vergleichen.
Wo das Modell an Grenzen stößt
Die Verbundstruktur, die inhaltlich die Stärke ist, ist kaufmännisch die Schwäche. Sechs Gesellschafter, mehrere Marken, getrennte AGB und getrennte Vertragspartner bedeuten: Sie schließen unter Umständen zwei Verträge ab, um die Abdeckung zu bekommen, die Sie für ein einziges Produkt gehalten haben.
Dazu kommen vier praktische Punkte:
- Bindung und Vorauskasse. Im Portal 6 bzw. 12 Monate Mindestlaufzeit, laut AGB als Gesamtbetrag für die gebuchte Laufzeit im Voraus abgerechnet und ohne Kündigung automatisch um dieselbe Laufzeit verlängert. Bei „Vergabe24 direkt“ Halbjahres- oder Jahreszahlung im Voraus. Wer über das Schnupperabo hinaus testen will, bindet Kapital. Und die Fristen unterscheiden sich: sechs Wochen zum Ablauf der bezahlten Bezugszeit bei „Vergabe24 direkt“, 30 Tage vor Laufzeitende in Textform im Portal. Beides ist leicht zu verpassen.
- Fachlicher Schwerpunkt. Der Verbund ist historisch im Baubereich verwurzelt; B_I MEDIEN etwa stammt aus den Baufachmedien. Wie sich das Angebot heute fachlich verteilt, weist Vergabe24 nicht öffentlich aus – für IT-, Beratungs- oder Dienstleistungsvergaben lohnt deshalb ein eigener Trefferabgleich.
- Kein Abgleich über Sprachgrenzen hinweg. Es gibt einen Europa-Tarif, aber auf den Seiten von Vergabe24 findet sich keine anderssprachige Fassung; die Arbeitssprache bleibt Deutsch. Wer sich in Frankreich, den Niederlanden oder Skandinavien an Vergabeverfahren beteiligen will, arbeitet mit Bekanntmachungen in Landessprache.
- Zustellwege. Ausgewiesen ist die Zustellung per E-Mail; Fax nennen die AGB von „Vergabe24 direkt“ nur als Ersatz bei Störungen von mehr als 72 Stunden. Eine direkte Zustellung in Slack sowie eine öffentliche Schnittstelle (API) werden auf den Seiten von Vergabe24 und des Deutschen Ausschreibungsblatts nicht beworben; belegen konnten wir beides nicht. Das ist kein Beweis, dass es sie nicht gibt – fragen Sie im Zweifel dort nach.
Zur Größenordnung nennt Vergabe24 nach eigenen Angaben über 570.000 jährlich veröffentlichte Ausschreibungen aus Deutschland und Europa sowie über 100 Mitarbeiter im Verbund. Unabhängig geprüfte Kennzahlen und konsolidierte Finanzzahlen des Verbunds sind dagegen nicht öffentlich auffindbar.
Vergabe24 und Jorpex im direkten Vergleich
| Kriterium | Vergabe24 / Deutsches Ausschreibungsblatt | Jorpex |
|---|---|---|
| Art des Anbieters | Verlagskooperation, sechs Gesellschafter; zwei Partner sind Staatsanzeiger-Verlage | Softwareanbieter, bündelt über 50 Vergabeportale und Bekanntmachungsquellen |
| Herkunft der Daten | eigene Bekanntmachungsmedien der Landesverlage und eigenes Portal | öffentliche Bekanntmachungsquellen, national und EU-weit |
| Geografischer Zuschnitt | Deutschland, nach Bundesländern buchbar; Europa als eigener Tarif | national wie EU-weit, Bekanntmachungen in 17 europäischen Sprachen |
| Filterlogik | individuelles Such- bzw. Branchenprofil; die Filterkriterien im Detail weist Vergabe24 nicht öffentlich aus | KI-gestützter Abgleich Ihres Leistungsprofils, inklusive Ausschlussbegriffen |
| Zustellung | E-Mail, bei „Vergabe24 direkt“ als PDF-Datei | in Slack oder per E-Mail |
| Preis | Portal ab 19,00 / 20,25 / 90,00 EUR netto zzgl. MwSt. je Zuschnitt (Einzelland bis 49,90 EUR); „Vergabe24 direkt“ 135,00 EUR netto bei jährlicher Zahlung im Voraus; Vergabeunterlagen ggf. nach Vorgabe der Vergabestelle | ab 49,00 USD pro Monat, Abrechnung in US-Dollar |
| Laufzeit | 6 bzw. 12 Monate, im Voraus abgerechnet und automatisch verlängert (Kündigung 30 Tage vor Laufzeitende in Textform); „Vergabe24 direkt“ Halbjahr/Jahr im Voraus, 6 Wochen Kündigungsfrist | monatlich, keine Mindestlaufzeit |
| Preis je Nutzer | laut AGB ist je Mitarbeiter ein eigener Zugang zu buchen; Mengenkonditionen sind nicht öffentlich ausgewiesen | keine Gebühr je Nutzer |
| Angebotsabgabe | Vergabe24 BIETERCOCKPIT angebunden, sofern die Vergabestelle die elektronische Angebotsabgabe zulässt | keine Abwicklung; Sie geben Ihr Angebot weiterhin auf der Plattform der Vergabestelle ab |
| Einstieg | Schnupperabo ab 0,00 EUR über 3 Monate, danach automatisch Tarif „Deutschland“; 7-Tage-Testabonnement endet automatisch | Anmeldung und Einrichtung des Suchprofils ohne Vertriebsgespräch (Starter und Pro) |
Zur Einordnung, damit die Tabelle nicht mehr verspricht, als sie hält: Die Zustellung in Slack ist gegenüber den etablierten Ausschreibungsdiensten ein echtes Unterscheidungsmerkmal – gegenüber jüngeren Anbietern nicht, mehrere davon können das ebenfalls. Umgekehrt bildet Jorpex die e-Vergabe nicht ab; die Angebotsabgabe bleibt Sache der jeweiligen Vergabeplattform. Und der Jorpex-Preis ist in US-Dollar ausgewiesen: Wer in Euro kalkuliert, muss ihn umrechnen.
Die kostenfreien Wege – und wo sie enden
Bevor Sie irgendetwas abschließen, sollten Sie wissen, was Sie umsonst bekommen:
- TED (ted.europa.eu) – EU-weite Bekanntmachungen oberhalb der Schwellenwerte, mit gespeicherten Suchen und E-Mail-Benachrichtigung.
- service.bund.de – Bekanntmachungen des Bundes und vieler weiterer Stellen, mit Suchauftrag und E-Mail-Benachrichtigung.
- DTVP (Deutsches Vergabeportal) – eine bundesweit eingesetzte Vergabeplattform; viele Vergabestellen veröffentlichen dort direkt.
- eVergabe-online – die e-Vergabe-Plattform des Bundes.
TED, service.bund.de und eVergabe-online sind amtliche Wege und für Unternehmen kostenfrei. DTVP ist dagegen eine kommerzielle Plattform: Suche und Teilnahme sind in der Basic Edition kostenfrei, der E-Mail-Benachrichtigungsservice mit Suchprofilen ist dort kostenpflichtig. Ihre gemeinsame Grenze ist die Zersplitterung: Jede Plattform hat ein eigenes Konto, eine eigene Suchlogik und ein eigenes Benachrichtigungsformat. Unterschwellige kommunale Vergaben sind auf TED nur ausnahmsweise zu finden, weil ihre Veröffentlichung dort freiwillig ist. Und diese Wege liefern Ihnen kriterienbasierte Treffer, keine nach fachlicher Passung sortierte Auswahl – Sie bekommen alles, was auf Ihre CPV-Codes passt, inklusive der Ausschreibungen, für die Sie fachlich gar nicht in Frage kommen. Genau dafür zahlt man einen Ausschreibungsdienst: nicht für die Daten, sondern für Bündelung und Vorsortierung.
Entscheidungsregel
Prüfen Sie die folgenden Punkte für Ihren eigenen Betrieb. Treffen zwei von drei zu, ist die Richtung meist klar.
Vergabe24 passt, wenn:
- Ihr Umsatz überwiegend aus Bau, Ausbau, Planung oder technischer Gebäudeausrüstung kommt.
- Ihr Einzugsgebiet ein bis zwei Bundesländer umfasst.
- Ihre Aufträge häufig unterhalb der EU-Schwellenwerte liegen und Sie Ihre Angebote ohnehin über das Vergabe24 BIETERCOCKPIT abgeben.
Jorpex passt, wenn:
- Sie mehr als ein Geschäftsfeld beobachten müssen und dafür mehrere Suchprofile brauchen – mehrere aktive Suchprofile setzen den Pro-Tarif ab 149,00 USD pro Monat voraus, der Starter-Tarif ab 49,00 USD umfasst ein Profil.
- Ihr Team in Slack arbeitet und E-Mail-Benachrichtigungen dort untergehen.
- Sie ohne Jahresbindung starten wollen oder Bekanntmachungen aus mehreren europäischen Ländern und Sprachen brauchen.
Beides parallel ist sinnvoll, wenn Sie einen regionalen Bau-Kern haben und zusätzlich in ein neues Land oder ein neues Segment hineinwachsen. Die Kosten addieren sich, und die Abdeckung überschneidet sich im Oberschwellenbereich – ergänzend ist vor allem der regionale Unterschwellenbereich.
Wechsel-Checkliste: in fünf Schritten umsteigen
- Kündigungsfenster prüfen, bevor Sie irgendetwas anderes tun. Bei „Vergabe24 direkt“ gilt laut AGB eine schriftliche Kündigung mit sechs Wochen Frist zum Ablauf der bezahlten Bezugszeit. Im Portal gelten je nach Tarif 6 oder 12 Monate Mindestlaufzeit mit automatischer Verlängerung; gekündigt werden muss dort spätestens 30 Tage vor Laufzeitende in Textform. Tragen Sie das Datum in den Kalender, nicht in den Kopf.
- Dreißig Tage parallel fahren. Lassen Sie den alten Vertrag laufen und legen Sie parallel Profile beim neuen Anbieter an. Alles andere ist ein Blindflug. Umgekehrt lässt sich Vergabe24 nicht vier Wochen unverbindlich gegentesten: Es gibt ein 7-Tage-Testabonnement, das Schnupperabo läuft 3 Monate und geht ohne Kündigung in den Tarif „Deutschland“ über, und jeder bezahlte Tarif bindet 6 oder 12 Monate.
- Trefferabgleich führen. Eine Tabelle, drei Spalten: Bekanntmachung, nur bei A gefunden, nur bei B gefunden. Nach vier Wochen sehen Sie schwarz auf weiß, wo die Lücken liegen – meistens sind es Unterschwellenvergaben einzelner Kommunen.
- Nach unpassenden Meldungen bewerten, nicht nach Trefferzahl. Mehr Meldungen sind kein besseres Ergebnis. Zählen Sie, wie viele Meldungen Sie ungelesen löschen, und pflegen Sie Ausschlussbegriffe ein, bis diese Quote sinkt.
- Erst dann kündigen – schriftlich und fristgerecht. Und heben Sie die Bestätigung auf; bei Verträgen mit automatischer Verlängerung ist der Nachweis Gold wert.
Häufige Fragen
Was kostet Vergabe24?
Für bietende Unternehmen weist Vergabe24 ein Schnupperabo ab 0,00 EUR aus – es läuft 3 Monate und geht ohne Kündigung 14 Tage vor Ablauf in den Tarif „Deutschland“ über –, den Tarif „Bundesländer“ ab 20,25 EUR netto pro Monat bei 6 Monaten Mindestlaufzeit, den Tarif „Europa“ ab 19,00 EUR netto pro Monat bei 6 Monaten Mindestlaufzeit und den Tarif „Deutschland“ ab 90,00 EUR netto pro Monat bei 12 Monaten Mindestlaufzeit. Der separate Rechercheservice „Vergabe24 direkt“ kostet 135,00 EUR pro Monat zzgl. MwSt. bei jährlicher Zahlung im Voraus; Vergabeunterlagen sind dabei laut AGB zur Einsichtnahme unentgeltlich, können aber kostenpflichtig werden, wenn die Vergabestelle ein Entgelt festlegt.
Wie kündige ich Vergabe24 oder Vergabe24 direkt?
Für „Vergabe24 direkt“ sehen die AGB eine beidseitige schriftliche Kündigung mit einer Frist von sechs Wochen zum Ablauf der bezahlten Bezugszeit vor – bei einem Jahresabonnement müssen Sie also rund zehneinhalb Monate nach Beginn handeln. Für die Portal-Tarife gelten die jeweiligen Mindestlaufzeiten von 6 bzw. 12 Monaten; dort ist laut AGB spätestens 30 Tage vor Laufzeitende in Textform zu kündigen, sonst verlängert sich der Vertrag automatisch. Prüfen Sie in Ihrer Auftragsbestätigung, welcher der beiden Verträge bei Ihnen läuft; es können auch beide sein.
Ist das Deutsche Ausschreibungsblatt dasselbe wie Vergabe24?
Nicht ganz. Das Deutsche Ausschreibungsblatt ist seit seiner Gründung 1954 ein eigenständiges Publikationsmedium und zugleich einer der Gesellschafter der Vergabe24 GmbH. Den Service „Vergabe24 direkt“ betreibt die Deutsche Ausschreibungsblatt GmbH im Namen und im Auftrag der Vergabe24 GmbH. Wenn Sie nach Preisen suchen, prüfen Sie deshalb immer, auf welcher der beiden Websites Sie gerade sind: Das Deutsche Ausschreibungsblatt weist einen kostenfreien Basis-Zugang sowie „Komfort-Regio“ ab 42,00 EUR und „Komfort-Klassik“ ab 49,00 EUR pro Monat aus – andere Zahlen als die Tarife auf vergabe24.de.
Welche Erfahrungen gibt es mit Vergabe24?
Belastbare, aktuelle und unabhängige Vergleiche sind in diesem Markt dünn gesät. Der einzige unabhängige Test, den wir finden konnten, stammt von der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien aus dem Jahr 2012; Vergabe24 landete dort mit 63,4 Prozent und der Note 3,4 auf dem letzten von fünf Plätzen, wobei die Abwertung wesentlich daher rührte, dass der auf der Website angebotene Testzugang nicht bereitgestellt wurde. Vierzehn Jahre später sagt das über die heutige Datenqualität wenig aus. Verlassen Sie sich statt auf alte Tests lieber auf einen eigenen Test: Vergabe24 bietet heute ein 7-Tage-Testabonnement an, das automatisch endet.
Finde ich Ausschreibungen nicht auch kostenlos?
Ja, einen erheblichen Teil. TED deckt EU-weit den Oberschwellenbereich ab, service.bund.de die Bekanntmachungen des Bundes und vieler weiterer Stellen, dazu kommen DTVP und eVergabe-online. Was Sie dort nicht bekommen, ist die Zusammenführung: Unterschwellige kommunale Vergaben sind auf TED nur ausnahmsweise zu finden, jede Plattform hat eigene Konten und eigene Suchlogik, und die Treffer kommen kriterienbasiert, nicht nach fachlicher Passung sortiert. Ob sich ein kostenpflichtiger Ausschreibungsdienst lohnt, hängt schlicht davon ab, wie viele Arbeitsstunden Sie diese Zersplitterung im Monat kostet.
Deckt Jorpex auch Unterschwellenvergaben in Deutschland ab?
Jorpex wertet über 50 Vergabeportale und Bekanntmachungsquellen aus, national wie EU-weit. Ob eine bestimmte kommunale Unterschwellenausschreibung darunter fällt, hängt davon ab, wo die jeweilige Vergabestelle veröffentlicht. Wenn Ihr Geschäft überwiegend unterschwellig und regional ist, prüfen Sie das im Parallelbetrieb an konkreten Bekanntmachungen der letzten vier Wochen, statt sich auf eine Zahl auf einer Website zu verlassen – bei genau dieser Frage sind die Landesmedien traditionell stark.
Kann ich über Jorpex mein Angebot abgeben?
Nein. Jorpex findet und sortiert Bekanntmachungen und stellt sie in Slack oder per E-Mail zu. Die Angebotsabgabe erfolgt weiterhin über die e-Vergabe-Plattform der jeweiligen Vergabestelle. Wer Recherche und Angebotsabgabe in einem Haus bündeln möchte, fährt mit der Kombination aus Vergabe24 und dem Vergabe24 BIETERCOCKPIT durchgängiger.
Was ist der Unterschied zwischen dem Portal-Abo und „Vergabe24 direkt“?
Das Portal-Abo gibt Ihnen Zugang zur Recherche in dem Zuschnitt, den Sie gebucht haben – nach Bundesländern, deutschlandweit oder europäisch. „Vergabe24 direkt“ ist ein Rechercheservice mit eigenem Vertrag, eigenen AGB und eigenem Preis von 135,00 EUR pro Monat zzgl. MwSt. bei jährlicher Zahlung im Voraus, der Ihnen täglich passende Ausschreibungen zum individuellen Branchenprofil per E-Mail als PDF-Datei liefert. Rechnen Sie beide Positionen zusammen, wenn Sie Angebote vergleichen, und addieren Sie die Vergabeunterlagen, für die die jeweilige Vergabestelle ein Entgelt festgelegt hat.